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GEIGER UNTERNEHMENSGRUPPE: Das Runde muss in das Runde
Neue Compact-Pipe-Anlage bei der Geiger Kanaltechnik

Das Compact-Pipe-System von Wavin ist ein lizensiertes Verfahren zur Rohrabdichtung mit Memory-Effekt. Die Geiger Kanaltechnik baut bereits seit 2013 mit einer solchen Lizenz PE-Rohre ein und hat nun in eine neue Anlage und Fahrzeugflotte zur Ausführung von Kanalrenovierungs-arbeiten dieser Art investiert.

Bei einer Kanalsanierung im Renovierungsverfahren gibt es verschiedenste Möglichkeiten ein neues Rohr in das alte Beschädigte einzuziehen. Alle stehen unter dem Motto: Das Runde muss in das Runde. Eine Möglichkeit hierzu bietet das Compact-Pipe-Verfahren, bei dem ein PE-Kunststoffrohr in den Kanal eingezogen wird. Erleichtert wird dies durch die werkseitige Vorverformung des Materials in einen C-Querschnitt, der auf eine Trommel gewickelt, zur Baustelle transportiert wird. Durch den verringerten Durchmesser lässt sich das Rohr leichter über den Schacht in den Altkanal einziehen. Unterirdisch wird mit Dampf und Druck das PE-Material wieder an seinen Ursprungszustand zurückerinnert (Memory-Effekt) und in die kreisrunde Form gebracht. Das neue Material legt sich close-fit (enganliegend) an das Altrohr an. Nach der Anbindung der Zuläufe und Schächte kann der renovierte Kanal wieder voll in Betrieb genommen werden.

Die Compact-Pipe-Arbeiten führt die Geiger Kanaltechnik bereits seit einigen Jahren aus und konnte dabei reichlich Erfahrung sammeln. Nun wurde 2017 in eine neue Fahrzeugflotte investiert. Zur modernen CP-Anlage gehört ein LKW mit Kran, Magazin und Winde, die eine Zugkraft von bis zu zehn Tonnen besitzt. An einem zweiten LKW hängt der Trommelanhänger mit dem PE-Material, der am Ende der Haltung platziert wird. Mittels Winde wird das Close-fit-Rohr von der Trommel in die Haltung mit maximal erlaubter Zugkraft eingezogen. Die Mitarbeiter sägen das überflüssige Material von der Trommel so ab, dass noch ein gutes Stück des Rohrs über den Schacht hinaussteht, um die weiteren Schritte bewerkstelligen zu können.

An beiden Rohrenden werden nun die entsprechenden Flansche angebracht und die Dampfanlage am Hochpunkt und der Kondensatauslass am Tiefpunkt angeschlossen.

Die Dampfanlage bildet das Herzstück der gesamten Anlage. Sie erzeugt den Dampf der für den Aufstellvorgang des Close-fit-Rohres benötigt wird. Die Kessel- und Dampfsteuerung bedient der Kolonnenführer, auf neuestem Stand der Technik, jeweils über ein Touchpad. Die Einstellungen erfolgen gemäss der Einbauvorschriften des Rohrherstellers und abhängig von den Werten, die die Telemetrie anzeigt und dokumentiert. Der heiße Wasserdampf wird je nach Art und Durchmesser mit maximal 0,5 bar Druck über einen Schlauch und Flanschanschluss in das PE- Rohr befördert. Das Material verformt sich durch diesen physikalischen Eingriff zurück in die runde Ausgangsposition und legt sich entsprechend „close fit“ an das Altrohr an. Der Kondensatabscheider sorgt am unteren Ende des C-Rohrs dafür, dass das Kondenswasser entsprechend entweichen kann.

Ein Begleitsprinter mit Kompressor und Stromversorgung vervollständigt die Compact-Pipe-Einheit und ergänzt die Manpower der Kolonnenmitarbeiter. Sämtliche Werkzeuge und Kleingeräte, die für den Einbau benötigt werden, werden im verschließbaren Magazin aufbewahrt und mitgeführt.

Personell ist die Kolonne mit drei bis vier Mann besetzt. Diese konnten in den letzten Jahren bereits reichlich Erfahrung im Close-Fit-Lining sammeln. Eine Schulung des Compact Pipe Herstellers und der Schweißerschein GW 330 bzw. DVS 2212-1 sind zwingende Qualifikationen, die die Mitarbeiter mitbringen bzw. erlangen müssen, ebenso wie der CE-Führerschein zum Lenken der großen Fahrzeuge.

Zum Einsatz kommt das Compact-Pipe-Verfahren in Leitungen im Abwasserbereich, sowie bei Druckleitungen und bei Gas- und Wasserversorgungsleitungen. Das PE-Material bietet hohe Stabilität durch Eigenstatik, eine lange Nutzungsdauer und chemische Resistenz gegen verschiedenste kritische Abwässer. Dadurch ist das Verfahren auch in Wasserschutzgebieten sehr beliebt.

Im Durchmesserbereich von DN 100 bis DN 500 ist das C-förmige Rohr erhältlich und je nach Durchmesser auf einer Länge von bis zu 600 Metern am Stück einziehbar. Belastbar sind die neuen Rohre im Wasser- und Abwasserbereich von 4 bar bis 12,5 bar, im Gasbereich bis maximal 4 bar. Auch Richtungsänderungen im Kanal sind bis 22 Grad ohne Einschränkungen sanierbar. Sonderlösungen mit Baugruben zum Entfernen der Bögen könnten Lösungsansätze für größere Winkel darstellen. Schäden wie Undichtigkeiten, Wurzeleinwuchs, Risse, Löcher, Korrosion und mechanischer Verschleiß sind durch diese Rohr-im-Rohr-Sanierung zu beheben und mit einer Halbwertszeit von bis zu 80 Jahren dauerhaft abzudichten. Anschlüsse können geschlossen mit CPZA- Hutmanschetten mittels Robotersetzsystem oder in offener Bauweise mittels Aufschweißsattel angeschlossen werden.

Mit der neuen Compact-Pipe-Anlage der Geiger Kanaltechnik wurden bereits mehrere Baustellen fertiggestellt. So wurden in Regensburg, unter anderem in der Fußgängerzone, bereits Rohre mit verschiedenen Durchmessern und Längen saniert. Von DN 200 bis DN 400 kam dabei das Material PE 80 SDR 26 in verschiedenen Einziehlängen zum Einsatz. Ab DN 450 bis DN 500 wurde das Material PE 80 SDR 21 verbaut. Die Gesamtsanierungslänge betrug dabei 978 Meter. Trotz des engen Baufeldes konnten diese Arbeiten in kurzer Zeit ohne Aufgrabung zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers fertiggestellt werden. Weitere Baustellen absolviert die Compact-Pipe-Kolonne außerdem am Tegernsee und Lauingen an der Donau. Die Mitarbeiter können dort ihre große Erfahrung einbringen, um das „C“ in das Altrohr zu winden und anschließend close-fit das Runde an das Runde anzuschmiegen.

 

Informationen zum Unternehmen:

Die Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG ist ein Unternehmen der Geiger Unternehmensgruppe mit Sitz in Oberstdorf im Allgäu. Die familiengeführte Unternehmensgruppe mit rund 2.000 Mitarbeitern und rund 50 Standorten in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Italien, Ungarn und Rumänien liefert, baut, saniert und entsorgt für Kunden aus den Bereichen Infrastruktur, Immobilien und Umwelt.

Die Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG beschäftigt an neun Standorten in Deutschland und in der Schweiz insgesamt 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vielseitige Verfahrenstechniken inklusive innovativer Spezialtechniken rund um die Kanaltechnik und Kanalsanierung erlauben qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Problemlösungen, die in Deutschland, in den europäischen Nachbarländern und auch weltweit zum Einsatz kommen.

www.geigergruppe.de

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Ihr Ansprechpartner für eventuelle Rückfragen:

Geiger Unternehmensgruppe

Vertrieb & Marketing · Martin Görner

Telefon +49 8322 18-267

martin.goerner@geigergruppe.de

Pressemitteilung als PDF

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1. PE-Material in C-Form auf der Trommel
2. Einzug des Compact-Pipe-Liners
3. LKW mit Magazin, Kran und Dampfanlage