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GEIGER UNTERNEHMENSGRUPPE: Geschützt vom SWP-Wickelrohr

Sanierungsmaßnahmen am Karlsruher Landgraben 

„Kombilösung“ nennt sich das große Verkehrsprojekt der Karlsruher Schieneninfrastruktur­gesellschaft mbH KASIG, bei dem bis 2019 ein Stadtbahntunnel unter der Innenstadt von Karlsruhe realisiert werden soll. Hierfür wird auch der historische Abwasserkanal „Karlsruher Landgraben“ in einem 30 Meter langen Streckenabschnitt untertunnelt. Mit einem Abstand von nur rund 80 Zentimetern unter der Gerinnesohle wird der neue Stadtbahntunnel hierbei in bergmännischer Weise hergestellt. Für die Dauer der Grabungen ist dieser historische Abwasserhaupt­sammler in einem definierten Abschnitt für den Einsatz des Tunnelvortriebs – welcher unter Druckluft vorgenommen wird – entsprechend zu sichern.

Die Ursprünge des heute zu schützenden Karlsruher Landgrabens gehen bis ins späte 16. Jahrhundert zurück. Damals diente er als offene Rinne zur Hochwasser­entwässerung und als Wassertransportweg für Baumaterial aus Steinbrüchen. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Karlsruher Landgraben in der Innenstadt vollständig überbaut. In diesem Zuge wurde auch die Einleitung von

Abwässern erlaubt. Der Graben ist auch heute noch das längste Kulturbauwerk in Karlsruhe und gehört mit einem Querschnitt von rund 17 m² nach Paris zu den größten Abwasserkanälen in Europa. Teile des Bauwerks stehen deshalb heute unter Denkmalschutz.

Im Zuge der Planung des Stadtbahntunnelbaus wurde festgestellt, dass es durch die Arbeiten knapp unterhalb der Sohle des Landgrabens zu Schäden am denkmalgeschützten Bauwerk kommen könnte. Daher ordnete der Auftraggeber im Bereich der Tunnelunterquerung eine Sicherungsmaßnahme auf einer Länge von 30 Metern an. Diese sieht vor, dass der Landgraben durch den Gegendruck eines Gewichts von oben stabilisiert wird. Der Abfluss in der Trockenwetterrinne (DN 1750) soll mittels einer eingebrachten Leitung in DN 1700 gefasst und kanalisiert werden, um den Weiterfluss nicht zu blockieren. Anschließend bedarf es der Befüllung mit 600 Tonnen Kies oberhalb des stabilen Übergangsrohrs. Um den Kies zu fassen, wird der Abschnitt an den Enden von zwei vorübergehend zu errichtenden Mauerwerken gesichert.

Eine erschwerende Randbedingung stellt der Umstand dar, dass alle Materialien und Arbeiten über eine 62,5 Zentimeter enge Schachtöffnung angedient werden müssen, was bedeutet, dass auch das Einbringen jeglichen Baumaterials über dieses Nadelöhr zu erfolgen hat. Vor allem die Einbringung des Rohrs, die Logistik für das Verfüllen mit Kies, sowie die Ausbildung der Schwergewichtsmauerwerke fordert Planer und ausführende Firma heraus. Zusätzlich dazu müssen sowohl Personal als auch Material von der Schachtöffnung innerhalb des Karlsruher Landgrabens noch rund 100 Meter zur eigentlichen Einbaustelle gelangen.

Aufgrund der schwierigen örtlichen Gegebenheiten schieden herkömmliche Rohrtechniken aus. Lediglich die SWP-Wickelrohrtechnik der Geiger Kanaltechnik ist in der Lage, unter sehr beengten Verhältnissen das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Das SWP-Bandprofil kann in eine kleine Schachtöffnung eingebracht und dann erst im historischen Kanal zu einem fertigen Rohr gewickelt werden. Gleichzeitig ist es aber auch stabil genug, um das Gewicht des Kieses zu tragen. Somit wurde der Auftrag an die Geiger Kanaltechnik, Niederlassung Stuttgart, vergeben. Die Ausführung begann bereits wenige Wochen später Mitte April 2016.

Das Einbringen des SWP-Wickelrohrs als Doppelprofil erfolgte, wie beschrieben, über den Bedienungs­schacht. Das unten am Schacht fertig gewickelte, 30 Meter lange Rohr, wurde anschließend an die etwa 100 Meter entfernte Einbaustelle transportiert. Auf dem Abwasserstrom schwimmend, wurde das Rohr an der vorgegebenen Einbaustelle abgelassen und im Karlsruher Landgraben fixiert. Es folgte die Anbindung der verschiedenen, einmündenden Anschlusskanäle, unter anderem eines großen Ei-Kanals. Hier wurde das Ei-Profil zunächst in einen Kreisquerschnitt überführt und dann an das Wickelrohr angebunden.

Nun blieb noch das Problem des Transports der Mauerwerkssteine innerhalb des Landgrabens vom Bedienungsschacht aus bis zur 100 Meter entfernten Einbaustelle des Wickelrohrs zu lösen. Um diesen wirtschaftlich zu realisieren, setzte die Geiger Kanaltechnik einen Fahrwagen unter der Erde ein. Gebaut wurde dieser in kürzester Zeit, eigens für die besonderen baulichen Rahmenbedingungen, in der firmeneigenen Werkstatt der Geiger Kanaltechnik. Der hydraulisch betriebene Fahrwagen wurde nach seiner Fertigstellung in Einzelstücken zur Baustelle gebracht und direkt im Kanal zusammengebaut. So konnten die Mauerwerksteine zuverlässig vom Bedienungs­schacht aus schnell und sicher an den Einbauort in der Distanz gebracht werden. Den Aufbau der beiden Schwergewichtsmauern mit über 40 m³ Volumen setzten mehrere Handsanierungskolonnen der Geiger Kanaltechnik nach entsprechenden statischen Vorgaben fachmännisch um.

Bei der Zusammenarbeit in der Vorbereitungsphase entstand die Idee seitens der Geiger Kanaltechnik, das Einbringen des Kieses über die Firma SAM-Truck, einem Tochterunternehmen der Geiger Unternehmensgruppe, ausführen zu lassen. Eigentlich übernehmen diese in der Regel das Absaugen und Beblasen von Kiesschüttungen auf Flachdächern. Deren Gerätschaften stellten sich als optimale Lösung zur Befüllung des Karlsruher Landgrabens heraus.

Die Abstimmung solch unterschiedlichster Gewerke wie die Wickelung des neuen Rohrs, die Mauerwerksarbeiten oder die Befüllung mit Kies im Kanal stellt für jeden Auftragnehmer eine besondere Herausforderung dar. Obwohl solche Arbeiten in der Kombination bisher noch nicht zu bewältigen waren, meisterte die Geiger Kanaltechnik dies mit Ideenreichtum, Fachwissen und jahrelanger Erfahrung. Das eigentlich zur Sanierung von undichten Abwasserrohren eingesetzte Wickelrohr dient hier sowohl zur Garantie des Abflusses einer großen Trockenwetterrinne, als auch zur Aufnahme der 600 Tonnen Kiesauflast. Hier vereinen sich Flexibilität im Einbau und selbsttragende Stabilität an Ort und Stelle.

Die insgesamt für die Umsetzung geplanten sechs Wochen Bauzeit konnten exakt eingehalten werden. Seit Anfang Juni sind die Arbeiten soweit abgeschlossen, so dass der Abfluss nun durch das Wickelrohr geleitet wird. Im Falle eines Überstaus über das Trockenwettergerinne hält das Schwergewichtsmauerwerk dann zusätzlich zum Kiesdruck noch dem eingestauten Wasserdruck stand.

Derzeit wird in Karlsruhe der Tunnelvortrieb weiter fortgeführt, sodass mit der Unterquerung der Sicherungsstelle im Laufe dieses Jahres zu rechnen ist. Seitens der Geiger Kanaltechnik ist daher geplant, nach der vollständigen Untertunnelung des Karlsruher Landgrabens im Frühjahr 2017 auch den kompletten Ausbau abzuwickeln. Mit dem Absaugen der Kiesschüttung, der Demontage und dem Ausbau der Schwergewichts­mauerwerke sowie des SWP-Wickelrohrs wird die Sicherungsmaßnahme abgeschlossen.

www.geigergruppe.de

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Vertrieb & Marketing · Martin Görner

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Karlsruher Landgraben 1

Karlsruher Landgraben 2