Genf, 26. Oktober 2026 – Von immersiven Erlebnissen rund um internationale Zusammenarbeit, über bedeutende Sammlungen, zeitgenössische Kunst bis hin zu neuen Räumen für Musik, Tanz und bis hin zu ganz eigenen Filmbühnen: Vergangenen Donnerstag reisten 10 Genfer Kulturinstitutionen nach Zürich, um beim Medienlunch «Genf, Destination Kultur» im Löwenbräu-Kunstareal in Zürich zu zeigen, wie einzigartig und facettenreich die Kulturszene der Stadt am Genfer See aufgestellt ist. Adrien Genier, Direktor der Stiftung Genf Tourismus & Kongresse, und Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, diskutierten zudem über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und touristischer Nachfrage. Dabei wurde deutlich: Kultur und Tourismus können sich gegenseitig stärken – vorausgesetzt, beide Seiten verstehen ihre Bedürfnisse und arbeiten enger zusammen.
Welche Rolle soll die Kultur im Tourismus spielen – und welchen Beitrag leistet der Tourismus für die Kultur? Diese Frage stand im Zentrum der Podiumsdiskussion «Kultur für den Tourismus oder Tourismus für die Kultur: Zwischen kulturellem Anspruch & Auftrag und touristischer Nachfrage». Im Gespräch zwischen Adrien Genier und Thomas Wüthrich wurde deutlich, dass Kulturinstitutionen zunehmend auch Touristen als Zielgruppe entdecken, während Tourismusorganisationen das kulturelle Angebot stärker in ihre Positionierung und Marktbearbeitung integrieren.
Laut Thomas Wüthrich ist es wichtig, die unterschiedlichen Aufträge und Rahmenbedingungen der Kulturinstitutionen zu respektieren. Entscheidend sei deshalb der Dialog zwischen den Akteuren.
Auch die Marktbearbeitung bietet für Wüthrich Potenzial für eine engere Zusammenarbeit. Zürich Tourismus setzt dazu unter anderem auf regelmäßige Austauschformate mit Kulturpartnern, um gemeinsame Auftritte in den Märkten zu koordinieren. Obwohl der Kulturtourismus weiterhin eher ein Nischensegment darstellt, bietet er attraktive Möglichkeiten, das touristische Angebot der Städte zu erweitern.
Die Schweiz werde international wie national noch zu oft auf Berge und Heidi reduziert, obwohl ihre Städte eine vielfältige Kulturlandschaft bieten.
Thomas Wüthrich veranschaulichte die Möglichkeiten mit dem Skitourismus: Gäste übernachten eine Woche in Zürich und entdecken von dort aus täglich ein anderes Skigebiet. Ein solches Modell lasse sich auch auf Kulturreisen übertragen, bei denen Reisende verschiedene Kulturstätten der Schweiz erkunden.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es ein kontrastreiches Genfer Kulturspektrum zu entdecken.
Zu den neu oder wiedereröffneten Genfer Kulturinstitutionen, die sich in Zürich präsentierten, zählen unter anderem das im Juni 2026 eröffnete Portail des Nations. «Together» ist der Titel und gleichzeitig das eindrückliche Erlebnis des Rundgangs durch drei Pavillons, der mit szenografischen, visuellen, akustischen und interaktiven Elementen durch die wichtigsten Etappen der internationalen Zusammenarbeit führt. Besucher erleben, was es heißt, sich im Rahmen einer immensen Organisation und angesichts immenser globaler Herausforderungen auf eine gemeinsame Sprache zu einigen, gemeinsames Wissen aufzubauen und schließlich gemeinsame Lösungen zu finden.
Die Martin-Bodmer-Stiftung lädt nach 3-jähriger intensiver Renovation seit Mitte September zu einer neuen Dauerausstellung zu fünf Jahrtausenden Schriftgeschichte ein. Rund 250 außergewöhnliche Exponate (darunter Papyri, mittelalterliche Manuskripte und die Gutenberg-Bibel) werden in einer neuen Szenografie präsentiert. Fast 80 Prozent davon waren vorher noch nie öffentlich zu sehen.
Das am 25. September 2026 eröffnete Concorde Espace Culturel vereint nach zehnjähriger Bauzeit Veranstaltungsräume, Tanz- und Musikstudios, Hotel, Restaurant und Studierendenwohnungen. Für die Eröffnungssaison sind 47 Produktionen und fast 100 Veranstaltungen geplant; mit Namen wie Germaine Acogny, Christos Papadopoulos, Tiago Rodrigues oder Sharon Eyal.
Le Plaza ist der Name des historischen Kinos, das 2027 als vielseitiger Kultur- und Begegnungsort wiedereröffnen soll. Es ist ein Juwel der modernistischen Architektur der 1950er-Jahre von Architekt Marc J. Saugey. Die Kombination aus historischem Kinosaal und Cinéma-Hotel mit 17 Zimmern, die ausgestattet sind wie private Mini-Kinos und ein exklusives, vom Plaza zusammengestelltes Filmprogramm lassen diesen Ort zu einem wahren Anziehungspunkt werden.
Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum kündigte an, seine Dauerausstellung bis zum 8. Mai 2028 vollständig zu erneuern – zum 40-jährigen Bestehen des Museums und zum 200. Geburtstag von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes. Es bleibt jedoch während der Umbauphase geöffnet.
Im Herzen der Genfer Altstadt zeigt das weltweit einzigartige Internationale Museum der Reformation seinen internationalen, säkularen und pluralistischen Ansatz. Bis zum 24. Januar 2027 zeigt eine ganz neue Ausstellung die Beziehungen des Schweizer Künstler Ferdinand Hodler zu Religiösem: von seinen biblischen Motiven bis hin zu seinen großen symbolistischen Kompositionen.
Ergänzt wurde die Präsentation der Genfer Kultur in Zürich durch internationale Film- und Theaterproduktionen, die Genfer Musikfestivals und kostenlose Sommerkonzerte am Genfersee.
Klar wurde ebenso gezeigt, dass sich die Stadt dank der kurzen Wege zwischen Museen, Bühnen und Kulturstätten bequem zu Fuss oder mit dem Velo erkunden lässt und ideal für einen inspirierenden Kulturaufenthalt ist.
Über die Stiftung Genf Tourismus & Kongress:
Die Stiftung Genf Tourismus & Kongress ist eine private, als gemeinnützig anerkannte Stiftung, deren Aufgabe es ist, Genf als Reiseziel für Freizeit- und Geschäftstourismus zu fördern. Die Stiftung ist für den Empfang, die Betreuung und die Information zuständig. Sie unterstützt und fördert ebenso Veranstaltungen von touristischem Interesse. Die Mittel von Genève Tourisme stammen hauptsächlich aus Kurtaxen und der Tourismus-förderungsabgabe.
Detaillierte Informationen und Bildmaterial zu den einzelnen Genfer Kulturinstitutionen.
Booklet «Genf – Destination Kultur» in der ZIP-Datei im Anhang.