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Gelungener Auftakt der 5. AMMERSEErenade in der Bayerischen Vertretung in Berlin

Das historische Ergeignis Liberation Concert 1945 in St. Ottilien und dessen Wiederaufführung als Benefizkonzert mit Anne-Sophie Mutter waren am gestrigen Mittwoch, 23. Mai 2018 in der Bayerischen Vertretung in Berlin zentrales Thema des Abends und ergaben zusammen mit einem musikalischen Ausblick einen gelungenen Auftakt zum Klassikfestival AMMERSEErenade 2018.

Berlin/Schondorf am Ammersee, 24. Mai 2018 – Die AMMERSEErenade, die heuer mit seinem fünfjährigen Bestehen bereits ein kleines Jubiläum feiert, präsentierte am vergangenen Abend in der Bayerischen Vertretung in Berlin einen musikalischen Ausblick auf die Wiederaufführung des Liberation Concerts von 1945 in St. Ottilien. Die historisch bedeutsame jüdische Nachkriegsgeschichte des Benediktinerklosters St. Ottilien und das sogenannte Befreiungskonzert 1945 wurde von Erzabt Wolfgang Öxler OSB sowie den Festivalinitiatoren Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz vorgestellt.

„Bei der AMMERSEErenade handelt es sich um eine großartige Initiative, die die Freude an der Musik, den kulturellen Austausch und eine würdige Form der Erinnerung in einzigartiger Weise miteinander verbindet“, lobt der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus im Bundesinnenministerium, Dr. Felix Klein, die ehrenamtliche Arbeit des gemeinnützigen Vereins Kultur am Ammersee, Veranstalter der AMMERSEErenade.

Den musikalischen Rahmen gestalten das 1850 gegründete Julius-Stern-Institut der Universität der Künste Berlin, eine der renommiertesten Einrichtungen für musikalische Nachwuchsförderung unter der Leitung von Prof. Anita Rennert gemeinsam mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbes Jugend musiziert des Musikzentrums Schondorf am Ammersee, Levent Geiger (14) und Ilia Antoniadis (12), die mit einem vierhändigen Klavierprogramm von klassischer Musik bis zur Moderne in Berlin aufwarten. Die Leitung hat Heike Weckend. Rund 200 Gäste aus Bundesregierung, Bundesministerien, der Länder und einer Vielzahl gesellschaftlicher und kultureller Organisationen waren zu diesem Pfingstkonzert gekommen.

„In turbulenten Zeiten wie heute, die gerade viele junge Menschen verunsichern, ist der Blick auf die Geschichte elementar, um Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Musik trägt zu einer besseren Gesellschaft bei. Diese Überzeung von dem großen jüdischen Geiger Yehudi Menuhin teilen wir. Eine Hoffnungsbotschaft, die gerade das unvergessliche Befreiungskonzert überlebender jüdischer Musikerinnen und Musiker 1945 in St. Ottilien damals wie heute aussendet“, unterstreichen zum Abschluss des Abends Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz, Begründer des Klassikfestivals AMMERSEErenade.

 

Überblick über die AMMERSEErenade 2018

Das Klassikfestival AMMERSEErenade präsentiert vom 15. bis 23. September 2018 „einen Himmel voller Geigen“. „Die 5. AMMERSEErenade zeigt einmal mehr, wie wichtig ein gutes kulturelles Angebot auch in der ländlichen Region ist. Mit unserem Programm wollen wir unter Beweis stellen, dass Klassik generationsübergreifend unterhalten kann“, so Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz.

Das Solistenensemble Ye-Eun Choi, Vladimir Babeshko und Do-Min Kim, BBC Proms-Teilnehmer Kirill Troussov, der Ende Juli noch mit Daniil Trifonov konzertiert und US-Sänger John Davis beim Eröffnungskonzert mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg unter dem Dirigat von Juri Gilbo, die Carl Orff Stiftung, die zum Aperitif mit dem Henschel-Quartett nach Achselschwang einlädt und auch die TwoWells Maria und Matthias aus der wohl musikalischsten Familie Bayerns sind bei der diesjährigen AMMERSEErenade mit dabei. Ebenso verzaubert Italiens „Teufelsgeiger“ Alessandro Quarta beim Familienkonzert mit unvergesslichen Highlights aus der Filmwelt. Die international erfolgreiche walisische Sopranistin Lauren Francis lädt zum Gala-Dinner-Konzert nach Gut Achselschwang und „Rising Violin Star“ Lorenz Chen zeigt, warum er beim ARD-Musikwettbewerb 2017 mit dem U21 Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Mit Geigenvirtuose Daniel Röhn kommt ein namentlich legendärer Geigenvirtuose an den See, dessen Familienname seit zwei Generationen eine klingende Rolle spielt. Röhn entführt in die Welt von Pärt, Bloch und Beethoven und tauscht Berliner Philharmonie und New Yorker Carnegie Hall gegen einen Abstecher an den Ammersee. 

Neben den Hauptkonzerten begeistern junge Talente aus der Region und dem europäischen Ausland gemeinsam mit den Stars von morgen bei den täglichen Happy Classic Hours® in der Steinway-Lounge, Maler zeigen bei der Festivalausstellung Art & Music, kuratiert von Jan Davidoff, ihre Werke und Experten stellen sich der Talkreihe Musik im Dialog und das alles in einem umgebauten Kuhstall, dem Braunviehstall von Gut Achselschwang.

Benefizkonzert mit Anne-Sophie Mutter

Höhepunkt und Finale der diesjährigen AMMERSEErenade ist die Wiederholung des Liberation Concert am 23. September 2018. An den historisch denkwürdigen Moment, als vor über 70 Jahren in der bayerischen Erzabtei der Missionsbenediktiner St. Ottilien jüdische Musikerinnen und Musiker aus den umliegenden Konzentrationslagern, sogenannte Displaced Persons, das Befreiungskonzert gespielt haben, möchte Geigensolistin Anne-Sophie Mutter mit der Wiederholung eben jenes „Liberation Concert“ erinnern. Im Rahmen der diesjährigen AMMERSEErenade beschließt das Benefizkonzert in Zusammenarbeit mit der Erzabtei St. Ottilien und dem Orchester der Buchmann-Mehta School of Music Tel Aviv die Dokumentation der Klostergeschichte in den Jahren 1945 bis 1948. „Die Wiederholung des Befreiungskonzertes überlebender jüdischer Musikerinnen und Musiker von 1945 verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. Mich berührt die Geschichte von St. Ottilien als einen Ort der Hoffnung für die wenigen Überlebenden des Holocaust. Mit dem geplanten Artist in Residence im Kloster wird das Thema ‚Liberation‘ immer wieder zeitaktuelle künstlerische Anstöße geben, auf die ich gespannt bin“, erklärt Anne-Sophie Mutter.

Neu! Hop-on-Hop-off auf dem Ammersee

Eine Festivalneuheit ist die Hop-on-Hop-off-Tour auf dem Ammersee. Mit dem neuen Motorschiff MS Utting und einem Crossover-Programm von Jazz bis Klassik geht es am Freitag, 21. September 2018 hinaus auf den See. Eine Überraschungsfahrt, die die AMMERSEErenade als See- statt Landpartie mit Musik und Natur „in Szene“ setzt, verspricht ein attraktives Musikprogramm sowohl für ein jüngeres, als auch für ein generationenübergreifendes Publikum zu werden.

Tag der offenen Haus- und Hofkapellen

Eine ganz einzigartige Einstimmung auf das Festival bietet dieses Jahr erneut der Kapellentag. Unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Ilse Aigner und dem Motto „Zwischen Himmel & See“ öffnen wieder über 20 kleine, vorwiegend private Kirchen auf Bauernhöfen, Landgütern und Schloss rund um den Ammersee ihre Türen für außergewöhnliche und individuelle Musikerlebnisse. Ob unterwegs auf Schusters Rappen oder mit dem Fahrrad: Die verschiedenen Musikerinnen und Musiker, die besonderen Klangräume, die Idylle inmitten der herrlichen Natur des Ammersees samt den angebotenen Köstlichkeiten auf den Höfen stellen auch in diesem Sommer am Sonntag, 26. August 2018 einen einzigartigen Vorgeschmack auf die diesjährige AMMERSEErenade dar.

Einen genauen Überblick über alle Programmpunkte und weitere Informationen zum Vorverkauf sind unter www.ammerseerenade.de oder per E-Mail unter info@ammerseerenade.de erhältlich.
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Ausblick auf die AMMERSEErenade_©_Bayerische Staatskanzlei _Henning Schacht
Dr. Felix Klein, Hans-Joachim Scholz, Doris Pospischil, Erzabt Wolfgang Öxler OSB_©_Bayerische Staatskanzlei _Henning Schacht
Levent Geiger und Ilia Antoniadis_©_Bayerische Staatskanzlei _Henning Schacht